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Leopard

Leopard, Foto: robin bos, Quelle: Flickr, Lizenz: CC BY 2.0

Grzimeks Afrika
...zwischen westlichem Naturschutzkonzept und kolonialen Klischees
von
Felix Schürmann
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Veröffentlicht am 13. März 2017

„Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als die Finsternis zu verfluchen.“ Die Finsternis: Im Denken von Bernhard Grzimek stand sie für das Szenario einer Welt ohne wilde Tiere. Die Kerze: der Naturschutz, nach seiner Auffassung bestmöglich verwirklicht in Gestalt von festungsartig abgeschotteten Nationalparks. Mit solchen wollte Grzimek, der heute vor 30 Jahren starb, vor allem Afrika erleuchten. Dort sah er das drängendste Erfordernis wie auch die aussichtsreichsten Chancen, großflächige Gebiete vor menschlichen Eingriffen abzuschirmen. Dort ließ er sich beerdigen. Das Sprichwort mit der Finsternis prangt auf seinem Grabstein. Hier meint sie etwas anderes als jene Finsternis, die Grzimeks koloniale Vorgänger heraufbeschworen, um Afrika als Inbegriff von Primitivität und Barbarei zu figurieren. Doch welches Bild des Nachbarkontinents vermittelte der Tierschützer, der wie kein zweiter seiner Generation Medien und Öffentlichkeit für seine Ziele zu mobilisieren wusste? Wie schwer wog sein Einfluss auf dem Kontinent selbst? Und was überhaupt veranlasste ihn, einen oberschlesischen Anwaltssohn, sich ausgerechnet in Afrika zu betätigen?

Vom Huhn zum Okapi
Die erste Phase seiner Laufbahn liefert keine Hinweise auf dahingehende Interessen. Nicht die Wildtiere der afrikanischen Wälder und Savannen, sondern die Nutztiere der deutschen Ställe und Käfige stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Den Doktor in Veterinärmedizin erlangt Grzimek 1933 mit einer Untersuchung über Haushühner. Während der NS-Herrschaft ist er, ab 1937 NSDAP-Mitglied, in der Landwirtschafts- und Wehrmachtsbürokratie mit Fragen der Nutztierhaltung befasst.[1]

Erste Berührungen mit Afrika ergeben sich ab 1945, als Grzimek eher ungeplant die Leitung des Frankfurter Zoos übernimmt. Die neue Funktion bringt ihn nicht nur in Kontakt mit Tierlieferanten auf dem Nachbarkontinent, sondern bietet auch Anlass für eigene Reisen dorthin. Beim ersten dieser Aufenthalte akquiriert Grzimek 1951 in Französisch-Westafrika, der heutigen Elfenbeinküste, Schimpansen und andere Tiere für seinen Zoo. Vor allem aber ist es Forscherdrang, so schreibt er, der ihn nach Afrika zieht. Grzimek will wissen, wie sich Arten, die er allein aus Zoos kennt, in ihrer natürlichen Umgebung verhalten.[2]

Eine multimediale Verwertung der Reise ist von vornherein geplant. Grzimek lässt sich von seinem Lieblingssohn Michael begleiten, der ausgiebig fotografiert und filmt. Wenige Monate später erscheint das Buch „Flug ins Schimpansenland“. Erstmals bekundet Grzimek darin seine Auffassung von der vermeintlich unberührten Natur Afrikas als einem „ideellen Besitz“ der gesamten Menschheit – eine ältere Denkfigur kolonialer Prägung, die ihn fortan leiten und nicht zuletzt sein eigenes Eingreifen legitimieren soll.[3] Aus Michaels Material entstehen exotistische Kurzfilme, die Grzimek als Werbung für den Zoo und zur Verbreitung seiner Appelle in Kinos, Schulen und im Zoo selbst vorführen lässt.[4]

Im Hinblick auf die Wahrnehmung seiner Botschaften erweist sich der so etablierte Konnex von Afrika-Reisen, Buch- und Filmveröffentlichungen und ökologischem Aktivismus als Erfolgsrezept. Ein Aufenthalt in Belgisch-Kongo zur Beschaffung eines Okapis, abermals mit Michael, bildet 1954 die Grundlage für das Buch „Kein Platz für wilde Tiere“.[5] Wie der gleichnamige, zwei Jahre später erscheinende Langfilm erreicht es ein breites Publikum – auch, weil Grzimek mit Anfeindungen gegen Großwildjäger und apokalyptischen Überbevölkerungsszenarien Widerspruch provoziert.[6] In der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit begründet „Kein Platz für wilde Tiere“ seine Geltung als Anwalt der afrikanischen Tierwelt.

In jenen frühen Veröffentlichungen zu Afrika präsentiert Grzimek den Kontinent vornehmlich als „Tierparadies“: Ein letztes Habitat charismatischer Großsäuger, die es vor der Gier westlicher Trophäenjäger und dem Hunger der wachsenden Weltbevölkerung zu retten gelte – und vor den destruktiven Folgen einer nachholenden Modernisierung nach westlichem Muster. Wo er auf Menschen zu sprechen kommt, bleiben koloniale Klischees und rassistisches Vokabular selten aus. Sein Afrika ist bevölkert von tanzenden „Negerstämmen“ und zutraulichen „Urwaldkindern“. Hier und da müsse man sich vor „Menschenfressern“ hüten, doch der Deutsche findet verlässlich seinen „treuen schwarzen Boy“ und manche barbusige Dorfschönheit.[7] Ob nun solche Stereotype Grzimeks eigene Wahrnehmung abbilden oder die vermarktungsstrategische Antizipation von Publikumserwartungen: In seine Romantisierung Afrikas als Heimstätte ursprünglicher Natürlichkeit fügen sie sich nahtlos ein.

Der Tourismus als Ziel, die Serengeti als Zentrum
Das nächste große Afrika-Projekt führt die Grzimeks ab 1957 ins britisch kontrollierte Tanganjika. Eine Bestandsaufnahme der Serengeti-Megafauna aus der Luft soll dem Sohn als Grundlage für eine Doktorarbeit und dem Vater als Argument gegen die geplante Verkleinerung des Nationalparks dienen.[8] Erneut arbeitet das Gespann an einem Film und einem Buch, diesmal unter Federführung von Michael. Als der Anfang 1959 tödlich verunfallt, schließt Bernhard die Dinge alleine ab. Der Erfolg von „Serengeti darf nicht sterben“ übertrifft alle Erwartungen: Das Buch[9] verkauft sich millionenfach, der Film gewinnt einen „Oscar“, beides wird in zahlreiche Sprachen übersetzt – unter anderem in Swahili. Der Name Grzimek brennt sich auch im Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit ein.

Mit der Serengeti findet Grzimek für seine bis dahin recht allgemeinen Appelle ein Zentrum. Indigene Bevölkerungsgruppen, hier vor allem die Maasai, gelten ihm inzwischen weniger als Gefährten denn als Gefährder der Tiere. Vehement drängt er auf ihren Ausschluss aus Naturschutzgebieten. In seiner Verengung der Problemkonstellation auf einen Raumkonflikt lässt Grzimek durchaus Töne aus Zeiten wilhelminischer Weltpolitik und nationalsozialistischer Lebensraumideologie anklingen, versteht es aber, sie auf die ökologische Ebene zu beschränken. Explizit nimmt er auf die Geschichte deutschen Expansionsstrebens in Afrika kaum Bezug – und kommt so dem Verdrängungsbedürfnis des bundesdeutschen Publikums entgegen.[10]

Während die westliche Kulturindustrie Ostafrika bevorzugt als zeitlosen Naturraum inszeniert, ist die Region längst von einer rasanten Dekolonisationsdynamik erfasst. Zwischen 1960 und 1964 entstehen acht formal unabhängige Staaten. Neue Machthaber, internationale Naturschutzorganisationen, westliche Wissenschaftler und zunehmend auch Touristen: Mehr und mehr Hände greifen in jenen Jahren nach dem wilden Tier Afrikas. Wer unter diesen Bedingungen die Naturpolitik der Zukunft gestalten will, so konstatiert es der Leiter der Wildbehörde Ugandas, muss immer auch ein „Showman“ sein.[11]

Grzimek ist ein meisterhafter „Showman“. Und er versteht seine Fähigkeiten zu nutzen. Seine Berühmtheit nutzt er für Medienauftritte, seine Medienauftritte zum Einwerben von Spenden, die Spenden als Türöffner in die Politik.[12] Er findet Zugang zu afrikanischen Staats- und Regierungschefs und wird ins Kuratorium der Nationalparkverwaltungen zunächst von Tanganjika, später auch von Uganda berufen. Grzimeks wissenschaftliche Stellung – 1960 ernennt ihn die Universität Gießen zum Honorarprofessor – verhilft ihm zu weiteren Einflussmöglichkeiten. Er leitet DFG-finanzierte Forschungsprojekte in Ostafrika und treibt die Gründung eines Forschungsinstituts zur Serengeti voran.

Um Allianzen mit Partnern auf jeweils beiden Seiten des Ost-West-Konflikts wie des Nord-Süd-Konflikts eingehen zu können, kultiviert Grzimek einen strategischen Opportunismus. Er trifft sich mit Tansanias linkem Präsidenten Nyerere wie mit Ugandas rechtem Diktator Amin.[13] Äußerungen, die seine Einordnung ins allgemeine politische Spektrum ermöglichen könnten, meidet er. Allein als Sprachrohr der Tiere will er wahrgenommen werden.

Zur menschlichen Bevölkerung des Kontinents äußert er sich mittlerweile differenzierter. Mit Nachdruck wirbt er um Zutrauen in die schwarzen Eliten – insbesondere in Nyerere, der sich Grzimeks Auffassung von der Natur als einer Zukunftsressource Afrikas zu eigen macht.[14] Unverändert bleibt indes der objektifizierende Blick des Tierprofessors auf afrikanische Frauen. Den Sudan etwa befindet er auch deshalb für schön, weil dort „die tiefschwarzen Mädchen unbekümmert (...) ihre runden Brüste“ zeigten.[15]

In der Bundesrepublik ist Grzimek aufgrund seiner Kontakte zu den neuen Machthabern als Experte für die nachkoloniale Situation gefragt. Seine Einschätzungen schildert er sowohl der Presse als auch in vertraulichen Berichten an bundesrepublikanische Auslandsvertretungen.[16] Im Zentrum seines Netzwerks vor Ort stehen indes weiße Naturschutzbürokraten britischer Herkunft. Diese Männer, gewöhnlich frühere Großwildjäger, bleiben nach der Unabhängigkeit zunächst in ihren Ämtern, weil die nachkolonialen Regierungen unter dem Eindruck des Staatszerfalls im Kongo den Austausch des Verwaltungspersonals hinauszögern.[17]

Eine Freundschaft, wenn auch eine beiderseitig instrumentelle, entwickelt Grzimek zu Myles Turner, dem leitenden Wildhüter für die Serengeti.[18] Bruce Kinloch, der Direktor der tansanischen Wildbehörde, verhilft ihm 1963 zur Ernennung zum „Ehrenwildhüter“[19] – eine Auszeichnung, die Grzimek mit Ernest Hemingway verbindet. Engen Kontakt hält er auch zu John Owen, dem Direktor der tansanischen Nationalparkverwaltung. Wie Owen sieht Grzimek in einer touristischen Verwertung von Naturschutzgebieten den entscheidenden Hebel für deren Erhalt. Denn langfristig würden die nachkolonialen Staaten die wilde Natur nur dann schützen, so die Annahme, wenn sich dadurch Einnahmen generieren ließen.[20]


Der lange Abschied

Grzimek verwendet seinen Urlaub und angehäufte Überstunden, um sich jedes Jahr für mehrere Wochen in Afrika aufzuhalten. Auf vielen Ebenen arbeitet er daran, seine Vorstellungen von der wilden Natur und ihrem Schutz im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. „Das Interesse der Afrikaner zu gewinnen ist augenblicklich wichtiger als alles andere!“, meint er gegenüber dem Präsidenten der Deutschen Afrika-Gesellschaft.[21] Gemeinsam mit Kinloch ruft er 1963 das „College of African Wildlife Management“ ins Leben, das bis heute Afrikaner in der Verwaltung von Naturschutzgebieten ausbildet.[22] In diesen Jahren kennen Grzimeks Sendungsbewusstsein und Paternalismus kaum Grenzen. Ungefragt schickt er 1965 ein Manuskript an den tansanischen Landwirtschaftsminister und fordert ihn auf, es als persönliche Erklärung zu veröffentlichen.[23]

Dem deutschen Publikum präsentiert Grzimek seine Projekte regelmäßig in seiner Fernsehsendung „Ein Platz für Tiere“, zugleich sein wichtigstes Instrument zur Spendenakquise. Mit Geldern des von ihm eingerichteten Sonderkontos „Hilfe für die bedrohte Tierwelt“ siedelt er ab 1966 Schimpansen und andere gefährdete Arten auf der Insel Rubondo an, die im tansanischen Teil des Viktoriasees liegt.[24]

Um die Zukunft des „Arche Noah“-Projekts ist er sich mit den Behörden uneinig. Grzimek will die Insel als Nationalpark ausweisen und für den Tourismus öffnen, die tansanische Seite hält ihn jahrelang hin. Zu Rubondo entsteht kein Buch, lediglich ein – mehrfach verwerteter – Artikel.  [25] Es gibt keinen Kinofilm, bloß eine Episode in „Ein Platz für Tiere“.[26] Ohne Michael hat die Grzimek-Maschine an Schlagkraft eingebüßt.

Durch Neuauflagen der alten Bücher bleibt Grzimek für sein Publikum ein „Afrika-Mann“.[27] Auf dem Kontinent selbst fährt er seine Präsenz um 1970 zurück. Neue Verpflichtungen in der Bundesrepublik lassen immer weniger Raum für kräftezehrende Auslandsaktivitäten – zumal sein Netzwerk bröckelt: Im Zuge der fortschreitenden „Afrikanisierung“ der nachkolonialen Naturschutzbürokratie verlieren Turner, Owen, Kinloch und andere Gewährsmänner ihre Posten. Mit ihren schwarzen Nachfolgern findet Grzimek keine gemeinsame Ebene, zu groß scheint die kulturelle und generationelle Verschiedenheit.

Ideell und emotional bleibt Grzimek Afrika bis zuletzt verbunden, vor allem der Serengeti. Nach seinem Tod am 13. März 1987 wird die Asche gemäß seines letzten Willens im Ngorongoro-Krater beigesetzt. Neben den Überresten von Michael, unter dem Spruch von der Kerze und der Finsternis.


Remedialisierungen des Alten

In der Erinnerungskultur der Deutschen hat Grzimek seither einen festen Platz gefunden. Noch immer ist sein Einsatz für die Serengeti weithin bekannt, auch aufgrund der prominenten Thematisierung im ARD-Zweiteiler „Grzimek“ von 2015. Seine übrigen Aktivitäten auf dem Nachbarkontinent sind demgegenüber in Vergessenheit geraten. In seiner Zeit aber hat Grzimek sie stets wirkungsvoll zu inszenieren gewusst – und deutsche Vorstellungen von diesem Weltteil dabei maßgeblich mitgeprägt.

Grzimeks historisches Gewicht in Afrika selbst lässt sich nicht leicht ermessen. Seine Selbstinszenierung und seine anhaltende Mythologisierung seitens derer, die heute als seine Sachwalter auftreten, verleiten leicht dazu, seine Bedeutung zu überschätzen. Tatsächlich waren die von ihm propagierten Ideen weder neu, noch war er der einzige, der ihre Umsetzung betrieb.[28]

Andererseits hat Grzimek gerade mit dem Serengeti-Forschungszentrum und dem College of African Wildlife Management bedeutend zur Institutionalisierung westlicher Naturschutzkonzepte in Afrika beigetragen. Die transitorischen Jahre zwischen spät- und nachkolonialer Herrschaft verstand er zu nutzen, um strukturbildende, schwer hintergehbare Fakten zu schaffen. Vor allem aber verstand er sich wie niemand sonst darauf, kolonial durchdrungene Perspektiven sowohl auf Afrika als auch auf Wildtiere entsprechend der veränderten politischen und medialen Bedingungen seiner Zeit zu variieren und in neue, populäre Formen zu übersetzen – und damit auch auf dem Kontinent selbst anschlussfähiger zu machen. Eine Remedialisierung des Alten, die auch an der touristischen Orientierung der nachkolonialen Naturpolitik ihren Anteil hatte.

Anders, als seine Sachwalter es zuweilen glauben machen wollen, ist Grzimeks Erbe in Afrika keineswegs unumstritten. Kritiker wie der Maasai-Aktivist Navaya ole Ndaskoi betrachten die von dem Deutschen vorangetriebene Einhegung von Naturschutzgebieten – zugespitzt als „Festungsnaturschutz“ bezeichnet – als kalte Enteignung indigener Gemeinschaften. Das Versprechen von Wohlstand durch Tourismus gilt ihnen als Rechtfertigungslüge einer mächtigen Naturschutzlobby, in deren Gestalt das Steuerungsinteresse der früheren Kolonialmächte fortwirkt.[29]

Bislang sind die Stimmen, die Nationalparks rundweg als Miniaturkolonien verurteilen, nirgendwo in der Mehrheit. Mitunter aber dringen sie bis auf die Ebene von Regierungshandeln durch. Im Januar erst hat Botswana bekannt gegeben bis auf weiteres keine Forschungsgenehmigungen mehr an Ausländer auszustellen, weil der „Forschungstourismus“ in Naturschutzgebieten an den Interessen der Einheimischen vorbeigehe. Auch Drehgenehmigungen für ausländische Naturfilmer werden nicht mehr erteilt.[30] Ein neuer Grzimek dürfte heute gar nicht erst einreisen. Die Frage aber, was eine Dekolonisierung der afrikanischen Natur heißen soll und wie sie konkret zu verwirklichen wäre, ist durch derlei Symbolpolitik bei weitem nicht beantwortet.




[1] Zu Grzimeks Lebensgeschichte siehe generell Claudia Sewig, Bernhard Grzimek: Der Mann, der die Tiere liebte, Bergisch Gladbach 2009; Ulrich Linse, Bernhard Grzimek, in: Barbara Stambolis (Hg.), Jugendbewegt geprägt: Essays zu autobiographischen Texten von Werner Heisenberg, Robert Jungk und vielen anderen, Göttingen 2013, S. 305-324.
[2] Bernhard Grzimek, Flug ins Schimpansenland: Reise durch ein Stück Afrika von heute, Stuttgart 1952, Vorwort.
[3] Grzimek (1952).
[4] Sabine Nessel, Grzimek, Zoo und Kino, in: Sabine Nessel/Heide Schlüpmann (Hg.), Zoo und Kino: Mit Beiträgen zu Bernhard und Michael Grzimeks Film- und Fernseharbeit, Frankfurt a. M. 2012, S. 135-160; Sabine Nessel/Thomas Worschech (Hg.), Bernhard und Michael Grzimek: Zoo- und Expeditionsfilme, DVD, Berlin 2009.
[5] Bernhard Grzimek. Kein Platz für wilde Tiere. München: Kindler, 1954.
[6] Siehe insbesondere Manfred Behr/Hans Otto Meissner, Keine Angst um wilde Tiere: Fünf Kontinente geben ihnen Heimat, München 1959.
[7] Alle Zitate aus Grzimek (1952).
[8] Zum breiteren Kontext siehe insb. Bernhard Gißibl/Johannes Paulmann, Serengeti darf nicht sterben, in: Jürgen Zimmerer (Hg.), Kein Platz an der Sonne: Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, Frankfurt a. M. 2013, 96-108; Thomas Lekan, Serengeti Shall Not Die: Bernhard Grzimek, Wildlife Film, and the Making of a Tourist Landscape in East Africa, in: German History 29 (2011) 2, S. 224-264.
[9] Bernhard Grzimek/Michael Grzimek, Serengeti darf nicht sterben: 367.000 Tiere suchen einen Staat, Berlin 1959.
[10] Michael Flitner, Inszenierte Natur, postkoloniale Erinnerung: „Serengeti darf nicht sterben“, in: Michael Flitner & Julia Lossau (Hg.), Themenorte, Münster/Berlin 2005, S. 107-124; Franziska Torma, „Serengeti darf nicht sterben!“, in: Frank Uekötter (Hg.), Ökologische Erinnerungsorte, Göttingen 2014, S. 133-156.
[11] Bruce Kinloch, The Shamba Raiders: Memories of a Game Warden, Shedfield 1988, S. 309.
[12] In Anbetracht der Fähigkeit, in seiner Selbstinszenierung professorale Gediegenheit, rebellischen Protest und moderne Entertainer-Qualitäten zu vereinen, spricht Jens Ivo Engels von Grzimek als „Gesamtkunstwerk“: Jens I. Engels, Naturpolitik in der Bundesrepublik: Ideenwelt und politische Verhaltensstile in Naturschutz und Umweltbewegung, 1950–1980, Paderborn 2006, S. 414.
[13] Siehe etwa B. Grzimek an F. Vollmer, 05.03.1973. Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Zoologischer Garten 199.
[14] Siehe etwa Bernhard Grzimek, Ein Kampf um Nashörner, in: Das Tier 10 (1961), S. 4-10.
[15] Bernhard Grzimek, „Abenteuer im Sudan“, in: Die Zeit, 01.10.1965.
[16] Einen kurzen Draht hat Grzimek in die 1963 eröffnete deutsche Botschaft in Uganda: Der erste Botschafter dort, Wilfried Sarrazin, ist sein Vetter. Siehe etwa B. Grzimek an W. Sarrazin, 09.08.1965. Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Zoologischer Garten 195.
[17] Zur Dynamik der „Afrikanisierung“ im Fall Tansanias siehe Andreas Eckert, Herrschen und Verwalten: Afrikanische Bürokraten, staatliche Ordnung und Politik in Tansania, 1920–1970, München 2007, S. 231-233.
[18] Turner sprach von Grzimek als einem lebenslangen Freund: Myles Turner, My Serengeti Years: The Memoirs of an African Game Warden, New York/London 1988, S. xvii, 21. Die freundschaftliche Beziehung schloss auch Turners Frau Kay ein, zu deren 1977 erschienenen Lebenserinnerungen Grzimek ein Vorwort beisteuerte: S. Kay Turner, Serengeti Home. London/Boston/Sydney 1977, S. vii-viii.
[19] B. Grzimek an B. Kinloch, 22.04.1963. Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Zoologischer Garten 194.
[20] Turner (1988), S. 94.
[21] B. Grzimek an O. Splett, 02.08.1961. Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Zoologischer Garten 193.
[22] Bernhard Gißibl, Die Mythen der Serengeti: Naturbilder, Naturpolitik und die Ambivalenz westlicher Um-Weltbürgerschaft in Ostafrika, in: Denkanstöße: Schriftenreihe der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz 10 (2013), S. 48-75, hier S. 63.
[23] B. Grzimek an S. A. Maswanya, 04.06.1965. Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Afrika, 00001976, Rubondo 1, Keller Regal 01019.
[24] Felix Schürmann, Heimkehr ins Neuland: Die erste Auswilderung von Schimpansen und ihre Kontexte im postkolonialen Tansania, 1965–1966, in: Forschungsschwerpunkt „Tier - Mensch - Gesellschaft“ (Hg.), Vielfältig verflochten: Interdisziplinäre Beiträge zur Tier-Mensch-Relationalität, Bielefeld 2017, 275-292.
[25] Grzimek hat den Text sowohl für verschiedene deutschsprachige Publikationen verwertet als auch eine englische Fassung veröffentlicht: Bernhard Grzimek, Apes Travel from Europe to Africa, in: African Wild Life 20 (1966), S. 271-288.
[26] Bernhard Grzimek, Ein Platz für Tiere, Hessischer Rundfunk, 15.11.1966 (Fernsehsendung).
[27] Unter anderem erscheint „Auch Nashörner gehören allen Menschen“, 1962 zunächst bei Ullstein veröffentlicht, 1975 erneut im Deutschen Taschenbuch Verlag.
[28] Gißibl (2013).
[29] Navaya ole Ndaskoi, Lies in Conservation: The Truth about Big-game Hunting and African Nature Reserves, in: The Ecologist, 14.03.2016, letzter Zugriff: 09.03.2017.
[30] Boniface Keakabetse, ORI Slams Gov’t for Freezing Research Permits, 02.02.2017, in: Mmegi online, letzter Zugriff: 09.03.2017.