iserin-Elisabeth-Denkmals in Salzburg ca. 1905 im Garten des damaligen Luxushotels Hotel de l'Europe nahe dem Salzburger Hauptbahnhof. Das umliegende Stadtviertel erhielt später den Namen "Elisabeth-Vorstadt.
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Kaiserin-Elisabeth-Denkmals in Salzburg ca. 1905 im Garten des damaligen Luxushotels Hotel de l'Europe nahe dem Salzburger Hauptbahnhof. Quelle: Würhle & Sohn Nachf., CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, Wikimedia Commons

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Kaiserin-Elisabeth-Denkmals in Salzburg ca. 1905 im Garten des damaligen Luxushotels Hotel de l'Europe nahe dem Salzburger Hauptbahnhof. Quelle: Würhle & Sohn Nachf., CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, Wikimedia Commons

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Kaiserin-Elisabeth-Denkmals in Salzburg ca. 1905 im Garten des damaligen Luxushotels Hotel de l'Europe nahe dem Salzburger Hauptbahnhof. Quelle: Würhle & Sohn Nachf., CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, Wikimedia Commons

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Kaiserin-Elisabeth-Denkmals in Salzburg ca. 1905 im Garten des damaligen Luxushotels Hotel de l'Europe nahe dem Salzburger Hauptbahnhof. Quelle: Würhle & Sohn Nachf., CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, Wikimedia Commons

Stadtteilgeschichten

Ein modularer Zugang zur Citizen Science

In vielen Debatten über Citizen Science scheint zu gelten: Je mehr Beteiligung, desto besser. Bezeichnenderweise wird hier oft von der „Ladder of Participation“ gesprochen, die natürlich bis möglichst weit nach oben erklommen werden sollte. Auf den untersten Stufen stehen Formate, in denen Bürger*innen über Forschungsergebnisse informiert werden oder bei denen Forschungsdaten zugänglich gemacht werden. Es folgen Beteiligungsmöglichkeiten, die darin bestehen, Daten zusammenzutragen – in historischen Projekten oft mit der Transkription von Quellen. Als kooperativ gelten Projekte, in denen Bürger*innen in die Analyse einbezogen werden und kleinere inhaltliche Beiträge produzieren können. Noch ambitionierter sind Ansätze, Forschungsfragen und das Projektdesign gemeinsam mit Bürger*innen zu entwickeln und sie damit an wesentlichen Entscheidungen im Forschungsprozess teilhaben zu lassen. Auf der höchsten Stufe stehen Projekte, bei der Bürger*innen die Führung übernehmen und dazu ermächtigt werden, wissenschaftliche Forschung zu betreiben.[1]

Offensichtlich haben wir es bei der „Ladder of Participation“ mit einer normativen Vorstellung zu tun, die spätestens dann Fragen aufwirft, wenn Projekte realisiert und an den hohen Ansprüchen gemessen werden. Dann wird schnell klar, dass die soziale Reichweite abnimmt, je höher die Stufe der Beteiligung ist. Kritiker*innen haben deshalb immer wieder die Frage gestellt, ob man überhaupt noch von „Bürger*innen“ in der Citizen Science sprechen sollte, wenn in Projekten mit hohem Beteiligungsanspruch nur noch bestimmte Gruppen erreicht werden.[2] Generell wird oft die Erfahrung gemacht, dass Citizen Science Projekte überhaupt nicht von Bürger*innen angenommen werden, wenn der Anspruch an die Beteiligung zu hoch angesetzt wird.

 

Realitycheck

Die Schwierigkeiten mit der Beteiligung sind auf dem Feld der Stadtgeschichte umso erstaunlicher, als sich stadtgeschichtliche Themen eigentlich eines großen Interesses jenseits der akademischen Wissenschaft erfreuen. In Museen und touristischen Angeboten ist Stadtgeschichte allgegenwärtig. Daneben gibt es zahllose zivilgesellschaftliche Gruppen, von traditionellen Geschichtsvereinen bis zu postkolonialen Initiativen, die die lokale Geschichte aktiv erforschen. Hier scheinen optimale Bedingungen für Citizen Science zu bestehen.[3] Aber trotzdem führen Versuche, ambitionierte Citizen Science Projekte zu initiieren, selbst auf dem Feld der Stadtgeschichte immer wieder zu Enttäuschungen.

So ging es auch uns in einem Projekt zur Stadtteilgeschichte der Salzburger Elisabeth-Vorstadt, die wir den Ansprüchen der Citizen Science entsprechend konzipiert haben.[4]

Das Projekt ist eine Kooperation des Fachbereichs Geschichte der Universität Salzburg mit der Stadt Salzburg und verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales. In Salzburg gilt die Elisabeth-Vorstadt, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, als Problemviertel. Zugleich ist über die Stadtteilgeschichte wenig bekannt. Die negative Wahrnehmung korrespondiert mit fehlendem Wissen über die Geschichte des Stadtteils – was auch den interessierten Bürger*innen aus dem Stadtteil bewusst ist. Vor diesem Hintergrund hatten wir erwartet, dass sich Bürger*innen aktiv daran beteiligen würden, Forschungsfragen mitzuentwickeln und Teile der Stadtteilgeschichte selbst zu schreiben. Der Zuspruch, den wir auf den ersten Workshops vor Ort bekamen, war ermutigend, aber dann versandete das Interesse.

 

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Abb. 1: Screenshot der Projekthomepage, www.elisabeth-vorstadt.stadtteilgeschichte.at

 

Ein Grund für das nachlassende Interesse sind begrenzte Ressourcen – und zwar sowohl auf Seiten der Bürger*innen als auch der akademischen Forscher*innen. Konkret geht es um Kompetenzen, Vorwissen und durchaus auch um finanzielle Möglichkeiten, vor allem aber um die Ressource Zeit. Die Beteiligung an Citizen Science Projekten steht immer in Konkurrenz zu anderen Verpflichtungen und Interessen. Das gilt auch für uns als akademische Forscher*innen, denn auch wir müssen mit begrenzten Ressourcen arbeiten. Für erfolgreiche Citizen Science brauchen wir nicht nur fachliche und methodische Kompetenzen, sondern müssen verschiedenste Formate der Wissenschaftskommunikation beherrschen. Vor allem brauchen wir soziale Kompetenzen, die oft einen erheblichen Zeitaufwand erfordern und sich nicht gut delegieren lassen. Es kostet Zeit, im individuellen Austausch Vertrauen aufzubauen und Verbindlichkeit zu schaffen – Zeit, von der wir im Voraus nicht sagen können, ob sie gut investiert ist.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen möchte ich einen Perspektivwechsel vornehmen und fragen, was mit den Ressourcen, die uns als akademischen Forscher*innen zur Verfügung stehen, realistischerweise möglich ist. Es geht darum, Beteiligungsangebote so einzusetzen, dass sie weder die Bürger*innen noch uns selbst überfordern, ohne dabei die hohen Ansprüche der Citizen Science grundsätzlich aufzugeben. Wenn ich diese Perspektive wähle, geht es mir keineswegs darum, die Bedeutung des Engagements der Bürger*innen zu relativieren. Aber so, wie Citizen Science derzeit konzipiert wird, sind es eigentlich Erwartungen an die akademischen Wissenschaftler*innen, die den Forschungsprozess so organisieren sollen, dass sie den hohen Ansprüchen genügen. Der Schlüssel liegt meines Erachtens darin, den Forschungsprozess flexibel anzulegen und im Verlauf des Prozesses immer wieder daran anzupassen, was unter den jeweiligen Bedingungen möglich ist.

 

Modular denken

Zunächst sollten wir das normative Bild der „Ladder of Participation“ aufbrechen. Tatsächlich gibt es im Verlauf des Forschungsprozesses immer wieder Punkte, an denen neu über den Grad der Beteiligung entschieden werden kann. Lisa Vaughn und Farrah Jacquez haben diese als „participation choice points“ bezeichnet (Abb. 2), die von der ersten Projektidee über die Festlegung von Forschungsfragen und die Analyse bis zur Publikation und Verbreitung von Projektergebnissen „infinite options“ der Beteiligung bieten: „These choices might lead to highly participatory strategies for some steps in the research process, and more researcher-driven strategies at others.“[5] Interessanterweise sprechen sie sich in diesem Zusammenhang auch dafür aus, konventionelle Forschungsmethoden nicht von vornherein auszuschließen, sondern so zu adaptieren, dass sie partizipative Ziele unterstützen. Anstatt also einen allgemeinen Beteiligungsanspruch auf den gesamten Forschungsprozess zu projizieren, plädieren Vaughn und Jacquez dafür, jeden Schritt als Möglichkeit zu begreifen, gezielt darüber nachzudenken, welche Beteiligungsformen jeweils realistisch und zeiteffizient sind.

 

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Abb. 2: „Participation Choice Points“. Quelle: Lisa M. Vaughn und Farrah Jacquez, Participatory Research Methods – Choice Points in the Research Process, in: Journal of Participatory Research Methods 1 (2020), https://doi.org/10.35844/001c.13244.

 

Mit dem Zugang, den Vaughn und Jacquez skizzieren, gewinnen Citizen Science Projekte an Flexibilität. Der Beteiligungsgrad und die konkreten Formate können im Verlauf des Forschungsprozesses immer wieder situativ an Bedürfnisse und Ressourcen angepasst werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass Beteiligung intensiviert werden kann, wenn sie mit überschaubarem Zeitaufwand einen Nutzen für das Gesamtprojekt verspricht. Zum anderen eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, im laufenden Forschungsprozess mit verschiedenen Formaten zu experimentieren und Methoden kreativ zu adaptieren. Der Forschungsprozess wird dadurch zugleich zum Lernprozess darüber, wie sich Citizen Science unter Einsatz begrenzter Ressourcen im konkreten Fall optimal organisieren lässt.

Ich schlage vor, die Entscheidungen, die an „participation choice points“ getroffen werden können, in Form von ineinandergreifenden Modulen umzusetzen. Die Module setzen jeweils bei einem bestimmten Schritt im Forschungsprozess an und können in Formaten mit unterschiedlichem Beteiligungsgrad ausgestaltet werden. Sie können rein informativ sein, auf den Input von Bürger*innen ausgerichtet sein, oder sie an Entscheidungen teilhaben lassen. In jedem Fall sollten Beteiligungsgrad und Zeiteffizienz so austariert sein, dass sie weder beteiligte Bürger*innen noch akademische Forscher*innen überfordern. Die Module bauen zwar aufeinander auf, insofern als die Ergebnisse vorangehender Module weiterverarbeitet werden, aber damit steigt nicht notwendigerweise der Grad der Partizipation. Vielmehr können Beteiligungsmöglichkeiten in einem späteren Schritt des Forschungsprozesses auch wieder zurückgefahren werden.

 

Einige Anregungen

Im Folgenden möchte ich einige solcher Module skizzieren, die sich im Laufe unseres Projekts zur Stadtteilgeschichte der Salzburger Elisabeth-Vorstadt als nützlich und machbar erwiesen haben. Alle Module sind erst im Laufe des Projekts entstanden und die jeweiligen Beteiligungsformate bauten auf den vorausgegangenen Erfahrungen auf. „Wir“ waren in diesem Fall neben mir als Professor ohne besondere Ausbildung im Bereich der Wissenschaftskommunikation eine studentische Hilfskraft, Studierende aus drei Lehrveranstaltungen und eine Dissertantin, die gelegentlich Unterstützung leistete. Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen haben wir im Projektverlauf nicht so sehr darüber reflektiert, wieso die Partizipation der Stadtteilbewohner*innen an Grenzen stieß, sondern darüber, wie wir unsere Ressourcen sinnvoll einsetzen können.

Zum Einstieg in das Projekt wollten wir Bewohner*innen der Elisabeth-Vorstadt über die Forschungsfragen mitbestimmen lassen und haben dafür im Rahmen einer Lehrveranstaltung eine Umfrage konzipiert. Basierend auf unserem Vorwissen über den Stadtteil haben wir insgesamt sieben Themenfelder vorgeschlagen und eine Reihe von offenen Fragen formuliert, die uns interessant erschienen. In der Umfrage haben wir die Bürger*innen nicht aufgefordert, diese Forschungsfragen zu beantworten, sondern um ihre Einschätzung gebeten, ob diese Fragen für die Stadtteilgeschichte „wichtig“ seien. Außerdem gab es die Möglichkeit, die vorgeschlagenen Fragen zu kommentieren und zu ergänzen. Die Umfrage haben wir bei einem öffentlich beworbenen Workshop in der Bewohnerservicestelle der Elisabeth-Vorstadt vorgestellt, einer kommunalen Einrichtung, die den Stadteilbüros in vielen deutschen Städten entspricht. In den folgenden Wochen wurden weitere gedruckte Fragebögen ausgegeben und ein digitales Umfragetool eingerichtet. Wenn die Beteiligung mit knapp 30 Rückmeldungen bescheiden ausgefallen ist, so ist doch deutlich geworden, dass es sich um ein Format handelt, dass sich mit überschaubarem Einsatz weiter skalieren ließe – z.B. mit einer Straßenumfrage, besserer Bewerbung über Social Media o.ä.. Wichtiger für den Forschungsprozess war aber, dass die Umfrageergebnisse ein Meinungsbild ergaben, das in die weitere Projektarbeit einfloss (Abb. 3). Außerdem war die Umfrage wichtig, um Kontakte in den Stadtteil zu knüpfen. Mit diesem Modul haben wir die recht konventionelle Methode der Umfrage so adaptiert, dass sie den partizipativen Forschungsprozess an einem entscheidenden Schritt unterstützt, nämlich bei der Bestimmung von Forschungsfragen.

 

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Abb. 3: Umfrage „Das Thema ist für die Stadtteilgeschichte …“

 

Ein gut etablierter Ansatz der partizipativen Geschichtsforschung ist das sogenannte „crowdsourcing“, also das Zusammentragen von historischen Quellen aus Privatbesitz. Wir haben in einem entsprechenden Modul der Stadtteilgeschichte den Fokus auf historische Fotos gelegt, weil dieser Quellentyp erfahrungsgemäß viele Menschen anspricht. Dazu hat wieder ein Workshop in der Bewohnerservicestelle stattgefunden (Abb. 4). Daten bzw. Quellen zu sammeln ist ein wichtiger Schritt im Forschungsprozess, aber der Beteiligungsgrad ist insofern beschränkt, als die Bürger*innen, abgesehen von urheberrechtlichen Einschränkungen, kaum Einfluss auf die weitere Verwendung der Quellen nehmen können. Dafür konnten wir aber ganz andere Menschen erreichen, nämlich diejenigen, die gerne Fotos als Erinnerungsstücke teilen, aber wenig Interesse haben, weiterführende geschichtswissenschaftliche Fragen dazu zu bearbeiten.

 

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Abb. 4: Plakat Fotoworkshop

 

Social Media spielt eine zentrale Rolle in vielen Citizen Science Projekten, aber die Frage ist, wie es genutzt werden kann, um partizipative Forschungsprozesse zu unterstützen. Dafür haben wir uns das Konzept der „Neighborhood Mysteries“ auf Instagram als weiteres Modul unserer Stadtteilgeschichte ausgedacht, dass die Erfahrungen der Umfrage und des Foto-Crowdsourcings miteinander verbindet (Abb. 5).[6] Unsere Mysteries präsentierten Forschungsfragen als „Rätsel“ zu ausgewählten historischen Fotos aus der Elisabeth-Vorstadt. Dabei stand nicht so sehr im Vordergrund, die Rätsel mithilfe unserer Follower zweifelsfrei aufzulösen. Vielmehr wollten wir zeigen, wie geschichtswissenschaftliche Forschung funktioniert, wenn sie Fragen stellt, um Neues zu entdecken und nach evidenzbasierten, d.h. quellenbasierten Antworten sucht. Dieser spielerische Ansatz zielte also nicht primär darauf, Wissen für unsere Stadtteilgeschichte zusammenzutragen, sondern darauf, Menschen zu motivieren und dazu zu ermächtigen, selbst zu forschen. Allein über Social Media kann dieses Ziel zwar nicht erreicht werden, aber hier haben wir durchaus Synergieeffekte mit anderen Modulen beobachten können.

 

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Abb. 5: Screenshot „Neighborhood Mysteries“, https://www.instagram.com/stadtteilgeschichte

 

Lernen im Projektzusammenhang

Es ist völlig klar, dass die partizipativen Module, die wir im Rahmen des Projekts zur Stadtteilgeschichte der Elisabeth-Vorstadt entwickelt haben, nicht den gesamten Forschungsprozess abdecken. Archivrecherchen, verschiedene Analyseschritte oder die Publikation der Projektergebnisse sind in unserem Projekt – Stand Anfang 2026 – in unserer Hand als akademische Forscher*innen geblieben. Das war nicht unbedingt beabsichtigt, weil auch wir zu Beginn die hohen Ansprüche der „ladder of participation“ im Kopf hatten, aber es war immer eine Option. Schließlich war die Konzentration auf einige wenige Module, die verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten eröffnen, eine pragmatische Erleichterung, um die verfügbaren Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Uns hat der modulare Zugang geholfen, „Lücken“ im Forschungsprozess auch mit nicht-partizipativen Verfahren auszufüllen, ohne den partizipativen Charakter des Projekts grundsätzlich infrage zu stellen.

Allerdings haben wir erst im Laufe des Projekts gelernt, welche Beteiligungsformate die Bürger*innen ansprechen und gleichzeitig mit begrenzten Ressourcen realisierbar sind. Wir haben die Module gewissermaßen „on the go“ entwickelt. Entscheidend ist, den Gesamtprozess im Blick zu behalten und immer wieder neu abzuschätzen, wo Beteiligung einen konkreten Mehrwert bringen kann. Die hohen Ansprüche der Citizen Science bleiben somit im Blick, aber sie determinieren den Forschungsprozess nicht. Denn am Ende kommt es darauf an, dass das Projektergebnis einen Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten liefert.

 


[1] Nico Carpentier, Differentiating between access, interaction and participation, in: Conjunctions 2 (2015), S. 7-28, https://doi.org/10.7146/tjcp.v2i2.23117; Muki Haklay, Participatory citizen science, in: Aletta Bonn u.a. (Hrsg.), Citizen Science. Innovation in Open Science, Society and Policy, London 2018, S. 52-62.

[2] Caren B. Cooper u. a., Inclusion in Citizen Science. The conundrum of rebranding, in: Science 372 (2021), S. 1386-1388, https://doi.org/10.1126/science.abi6487; Bruno J. Strasser u. a., “Citizen Science”? Rethinking science and public participation, in: Science & Technology Studies 32 (2019), S. 52-76, https://doi.org/10.23987/sts.60425.

[3] Kristin Oswald, Wie realistisch sind die Erwartungen an Citizen Science, in: René Smolarski/Hendrikje Carius/Martin Prell (Hrsg.), Citizen Science in den Geschichtswissenschaften. Methodische Perspektive oder perspektivlose Methode?, Göttingen 2023, S.21-40, https://doi.org/10.14220/9783737015714.23; Sebastian Haumann/Christoph Lorke (Hrsg.), Citizen Science. Zwischen akademischer und bürgerschaftlicher Stadtgeschichtsforschung (=Moderne Stadtgeschichte 55/1), https://doi.org/10.60684/msg.v55i1.25.

[4] Stadtteilgeschichte Elisabeth-Vorstadt. Ein Projekt zum Mitforschen: www.elisabeth-vorstadt.stadtteilgeschichte.at

[5] Lisa M. Vaughn und Farrah Jacquez, Participatory Research Methods – Choice Points in the Research Process, in: Journal of Participatory Research Methods 1 (2020), https://doi.org/10.35844/001c.13244.

[6] Sara Apay/Sebastian Haumann, Neighborhood Mysteries auf Instagram – Fragengetriebene Wissenschaftskommunikation in der Stadtgeschichte, in: Stadtgeschichten, 25.11.2025, https://doi.org/10.58079/157hi.

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Zitation

Sebastian Haumann, Stadtteilgeschichten. Ein modularer Zugang zur Citizen Science, in: zeitgeschichte|online, , URL: https://www.zeitgeschichte-online.de/themen/stadtteilgeschichten